Kakerlaken bekämpfen

Kakerlaken bekämpfen – Ursachen, Verhalten und professionelle Hilfe

In Deutschland treten vor allem zwei Kakerlakenarten besonders häufig in Wohnungen, Betrieben und gastronomischen Einrichtungen auf:
die Orientalische Schabe (Blatta orientalis) und die Deutsche Schabe (Blattella germanica).
Beide Arten unterscheiden sich in ihrem Verhalten, stellen jedoch ein ernstzunehmendes hygienisches Risiko dar.

Orientalische Schabe – häufiger Kakerlakenschädling in Wohnungen und Betrieben


Orientalische Schabe (Blatta orientalis)

Deutsche Schabe – häufiger Kakerlakenbefall in Küchen und Gastronomie


Deutsche Schabe (Blattella germanica)

Um Kakerlaken wirksam bekämpfen zu können, ist es entscheidend, ihr Verhalten und ihre Lebensweise zu kennen.
Kakerlaken zählen zu den sogenannten Allesfressern und sind äußerst anpassungsfähig.
Sie finden ihre Nahrungsquellen nicht nur in Küchen oder Vorratsräumen, sondern auch in hygienisch problematischen Bereichen wie Abflüssen, Müllzonen oder technischen Schächten.

Trotz vorhandener Flügel sind die meisten in Mitteleuropa vorkommenden Schabenarten nicht oder nur eingeschränkt flugfähig.
Kakerlaken sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und ziehen sich tagsüber in schmale Ritzen, Spalten und Hohlräume zurück.
Besonders bevorzugt halten sie sich in feuchtwarmen Bereichen auf, etwa in der Nähe von Wasserleitungen, Spülbecken oder Sanitäranlagen.

Warum Kakerlaken ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellen

Kakerlaken zählen zu den hygienisch relevantesten Schädlingen in Innenräumen.
Durch ihre Lebensweise kommen sie regelmäßig mit Abfällen, Abwasserbereichen und verunreinigten Oberflächen in Kontakt.
Dabei können sie Krankheitserreger mechanisch übertragen und diese über ihre Laufwege, Ausscheidungen und Häutungsreste in Wohn- und Arbeitsbereiche eintragen.

Zu den potenziell übertragenen Keimen zählen unter anderem Bakterien wie Salmonella und Escherichia coli.
Darüber hinaus können Kotpartikel, Häutungsreste und Sekrete allergische Reaktionen sowie Atemwegsbeschwerden auslösen.
Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen sowie immungeschwächte Personen.

Typische Anzeichen für einen Kakerlakenbefall

Ein Kakerlakenbefall bleibt in der Anfangsphase häufig unbemerkt, da die Tiere überwiegend nachtaktiv sind
und sich tagsüber in schwer zugänglichen Bereichen verstecken.
Bestimmte Hinweise deuten jedoch auf eine vorhandene oder beginnende Population hin.

  • Sichtungen von lebenden Kakerlaken, insbesondere in den Abend- oder Nachtstunden
  • Kleine, dunkle Kotspuren entlang von Wänden, in Schubladen oder in Schränken
  • Häutungsreste oder abgestorbene Tiere in Ritzen, Spalten oder Hohlräumen
  • Ein süßlich-muffiger Geruch bei stärkerem Befall

Bereits vereinzelte Sichtungen sollten ernst genommen werden,
da sich Kakerlaken sehr schnell vermehren und ein zunächst geringer Befall
innerhalb kurzer Zeit deutlich ausweiten kann.

Ursachen für das Auftreten von Kakerlaken

Kakerlaken gelangen häufig unbemerkt in Gebäude und Räumlichkeiten.
Ein Befall ist dabei nicht zwangsläufig auf mangelnde Hygiene zurückzuführen,
sondern entsteht oft durch äußere Eintragswege oder bauliche Gegebenheiten.

Zu den häufigsten Ursachen und Eintragswegen zählen:

  • Warenlieferungen, Verpackungsmaterialien oder gebrauchte Geräte
  • Abfluss- und Leitungssysteme sowie Installationsschächte
  • Ritzen, Spalten und bauliche Undichtigkeiten
  • Angrenzende Wohnungen, Gewerbeeinheiten oder Nachbarobjekte

Begünstigt wird ein Kakerlakenbefall insbesondere durch das Zusammenspiel aus
verfügbaren Nahrungsquellen, Feuchtigkeit und warmen Rückzugsbereichen.
Auch sehr gepflegte Wohnungen oder Betriebe können betroffen sein,
wenn entsprechende Rahmenbedingungen gegeben sind.

Warum Hausmittel gegen Kakerlaken nicht ausreichen

Im Internet werden zahlreiche Hausmittel und frei erhältliche Produkte zur Kakerlakenbekämpfung beworben.
Diese Maßnahmen können unter Umständen einzelne Tiere erfassen,
führen jedoch in der Regel nicht zu einer nachhaltigen Beseitigung des Befalls.

Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass sich Kakerlaken überwiegend in schwer zugänglichen Bereichen aufhalten.
Verstecke in Ritzen, Hohlräumen, hinter Sockelleisten oder in technischen Schächten
sowie die widerstandsfähigen Eikapseln (Ootheken) bleiben durch Hausmittel meist unbeeinflusst.

Unkoordinierte oder unsachgemäße Eigenmaßnahmen können zudem dazu führen,
dass sich die Kakerlakenpopulation auf weitere Bereiche verteilt
und die spätere professionelle Bekämpfung erschwert wird.

Professionelle Kakerlakenbekämpfung – Vorgehensweise

Eine fachgerechte Kakerlakenbekämpfung erfolgt stets individuell und auf die jeweilige Befallssituation abgestimmt.
Zu Beginn steht eine gründliche Inspektion der betroffenen Bereiche,
um die vorhandene Schabenart, das Ausmaß des Befalls sowie mögliche Befallsherde zuverlässig zu bestimmen.

Hierzu zählen unter anderem:

  • Der Einsatz spezieller Ködergele in Ritzen, Spalten und entlang der Laufwege
  • Gezielte Applikationen in Hohlräumen und schwer zugänglichen Bereichen
  • Begleitendes Monitoring zur Kontrolle der Aktivität

Ergänzend sind Nachkontrollen erforderlich,
um auch nachschlüpfende Tiere zu erfassen
und den Bekämpfungserfolg nachhaltig abzusichern.
Alle Maßnahmen erfolgen unter Beachtung geltender gesetzlicher Vorgaben
sowie unter Berücksichtigung von Sicherheits- und Hygieneaspekten.

Diskretion, Nachhaltigkeit und rechtliche Vorgaben

Gerade bei einem Kakerlakenbefall spielt Diskretion eine zentrale Rolle,
insbesondere in sensiblen Bereichen wie Wohnungen, Gastronomiebetrieben,
Beherbergungsstätten oder öffentlich zugänglichen Einrichtungen.

Alle eingesetzten Maßnahmen erfolgen unter Einhaltung der geltenden gesetzlichen Vorgaben,
insbesondere gemäß der EU-Biozidverordnung (EU) Nr. 528/2012.

Wann sollte ein Fachbetrieb eingeschaltet werden?

Ein professioneller Schädlingsbekämpfer sollte spätestens dann hinzugezogen werden,
wenn erste Anzeichen eines Kakerlakenbefalls auftreten oder bereits Sichtungen erfolgt sind.

  • wiederholte Sichtungen von Kakerlaken
  • Befall in mehreren Räumen oder Nutzungseinheiten
  • Auftreten in Küchen, Gastronomie oder Lebensmittelbereichen
  • fehlende Wirkung eigener Maßnahmen

Eine fachliche Einschätzung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn ein Kakerlakenbefall vermutet wird in:

  • Privatwohnungen und Mehrfamilienhäusern
  • Gastronomie und lebensmittelverarbeitenden Betrieben
  • Hotels und Beherbergungsbetrieben
  • Büro- und Gewerbeobjekten

 

Mit welchen Kosten ist bei einer Kakerlakenbekämpfung zu rechnen?

In München liegen die Kosten für eine professionelle Kakerlaken- bzw. Schabenbekämpfung
häufig bei etwa 250–450 € pro Termin (inkl. MwSt.).
Da für eine nachhaltige Bekämpfung meist mehrere Termine erforderlich sind,
setzen sich die Gesamtkosten entsprechend aus mehreren Maßnahmen zusammen.

Weiterführende Informationen zu Kakerlakenarten, deren Entwicklung und Lebensweise
finden Sie in unserem Schädlingslexikon.


Zum Schädlingslexikon: Kakerlaken